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erstellt am 29.06.10

Eine Beziehung herstellen zum Berufsleben

Pfarrer Dirk Bültmann unterrichtet bis zu 22 verschiedene Klassen

Von: Katharina Blätgen

Pfarrer Dirk Bültmann unterrichtet Religion am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung. FOTO: CORNELIA FISCHER

Pfarrer Dirk Bültmann unterrichtet Religion am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Rechtsanwaltsnotariatsfachangestellte – das sind fachlich qualifizierte Angestellte, die im Notariat der Kanzlei eines Rechtsanwaltes arbeiten. Kompliziert genug – doch Dirk Bültmann hat es mit denen zu tun, die diesen Beruf erlernen, also mit angehenden Rechtsanwaltsnotariatsfachangestellten. Der evangelische Pfarrer unterrichtet seit einem Jahr Religion am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung an der Augustastraße in Gelsenkirchen. Nun wurde er im Anschluss an die Kreissynode am 14. Juni in das Pfarramt für diesen Dienst eingeführt.

„Mir ist es wichtig, im Unterricht einen Bezug herzustellen zum Berufsleben der jeweiligen Lerngruppe“, sagt der 45-Jährige. Mit einer Justizfachklasse hat er das Gestapo-Museum in Köln besucht. In den Zellen des ehemaligen Gefängnisses sind viele Inschriften der vom Nazi-Regime verurteilten Gefangenen erhalten. Die Funktion der Justiz in der Definition von richtig und falsch, gut und böse, Recht und Unrecht wird hier hautnah spürbar.

Bültmann will mit seinen Schülerinnen und Schülern Werte reflektieren. „Sie sollen begreifen, dass Entscheidungen immer von Wertvorstellungen beeinflusst sind – und dass Menschen sich von ganz verschiedenen Werten leiten lassen.“ Dabei spielt die Religion oft die entscheidende Rolle. Allerdings gibt es eine große Scheu, über Religion zu reden. „Allgemein und abstrakt geht es noch“, schmunzelt Bültmann, „aber wenn es um die eigenen Überzeugungen geht, heißt es oft: ‚Religion ist Privatsache‘.“

25,5 Wochenstunden stehen für Pfarrer ebenso wie für Lehrer am Berufskolleg im Stundenplan, also in einem Halbjahr 25 und im anderen 26. Da viele Klassen nur einmal in der Woche Religionsunterricht haben, sind das 20 bis 22 verschiedene Klassen –neben denen Rechtsberufen angehende Kaufleute (Industrie, Büro, Großhandel) und Versicherer (privat und sozial). Darüber hinaus gibt es Vollzeitklassen im Bereich Handelsschule und das Wirtschaftsgymnasium, das in drei Jahrgangsstufen zum Abitur führt durchaus auch mit Religion als Prüfungsfach. Dirk Bültmann hält dazu noch Beratungsstunden und arbeitet an der Entwicklung eines umfassenden Beratungskonzeptes für die ganze Schule mit.


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