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erstellt am 16.08.10

Konkrete Anlässe und persönliche Veränderungen

Die Wiedereintrittsstelle bietet Informationen, Gespräche und wenig Bürokratie

Von: Katharina Blätgen

Diakoniepfarrer Matthias Kreft gehört zum Team der Wiedereintrittsstelle. Sie befindet sich im Turm der Evangelischen Altstadtkirche in Gelsenkirchen. FOTO: CORNELIA FISCHER

Diakoniepfarrer Matthias Kreft gehört zum Team der Wiedereintrittsstelle. Sie befindet sich im Turm der Evangelischen Altstadtkirche in Gelsenkirchen. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Es gibt viele Gründe, in die Evangelische Kirche einzutreten. Häufig sind es ganz persönliche Veränderungen. Manchmal hat sich auch das Bild von der Kirche gewandelt durch eine Ausstellung zum Beispiel oder aufgrund einer gelungenen Begegnung. Pfarrer Olaf Nelken möchte dabei nicht zu sehr ins Detail gehen. Schließlich ist das Gespräch beim Wiedereintritt vertraulich. Und es wird auch niemand gezwungen, seine Entscheidung zu begründen. Die meisten möchten es aber tun.

Seit 2008 leitet Nelken die Wiedereintrittsstelle im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid. Im Turm der Evangelischen Altstadtkirche am Heinrich-König-Platz steht jeden Dienstag von 11-13, jeden Mittwoch von 15 bis 16.30 und jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr ein Pfarrer oder eine Pfarrerin zur Verfügung, um Besucher zu informieren oder bei Bedarf gleich die Wiederaufnahme durchzuführen. Rund 20 Amtsträger teilen diesen Dienst untereinander auf. „Es wäre schön, wenn sich noch mehr daran beteiligen würden“, so Nelken. „Dann könnten wir alle Öffnungszeiten ganz verlässlich abdecken. Derzeit gelingt das leider nicht immer.“

Zum Wiedereintritt braucht man eigentlich nicht mehr als einen Personalausweis. „Praktischer ist es, wenn auch die Taufurkunde und die Bescheinigung des Kirchenaustritts vorliegt“, erklärt Nelken. Aber zur Not geht es auch ohne beides. Nach einem vertraulichen Gespräch füllen Pfarrer und zukünftiges Kirchenmitglied gemeinsam das Formular mit den Angaben zur Person aus. Es wird gesiegelt, von beiden unterschrieben – und damit ist der Eintritt vollzogen.

68 Personen treten im Durchschnitt pro Jahr auf diese Weise in die Evangelische Kirche ein. „Manche haben einen ganz konkreten Anlass dafür“, hat Nelken erfahren. „Sie möchten sich kirchlich trauen lassen oder sich bei einem konfessionellen Arbeitgeber bewerben. Zunehmend kommen auch Menschen zu uns, die erst über ihre Ortsgemeinde eintreten wollten.“ Da dort das Verfahren etwas länger dauert, wählen sie den Weg über die Wiedereintrittsstelle, wenn die Zeit drängt, etwa für die Wahrnehmung eines Patenamtes.

Jedes neue Mitglied kann angeben, wie es sich den zukünftigen Kontakt mit seiner Ortsgemeinde vorstellt, ob es schriftliche Informationen bekommen möchte, einen persönlichen Kontakt wünscht oder erst einmal selbst aktiv werden oder inaktiv bleiben möchte.

Zu den Informationen über die Wiedereintrittsstelle geht es hier.


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